Dt.-argentinische Wirtschaftsbeziehungen

In den Beziehungen zwischen Deutschland und Argentinien stehen seit jeher wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund. Diesbezüglich können beide Länder auf eine lange Tradition zurückblicken. Beispielsweise wurden die Zeigertelegraphen für die erste Eisenbahnstrecke in Argentinien im Jahre 1857 von Siemens & Halske geliefert.

Ende des 19. Jahrhunderts war es vor allem die deutsche Rüstungsindustrie, die sich in Argentinien engagierte. 1914 war Deutschland der zweitwichtigste Handelspartner Argentiniens. Die Spitzenposition hatte damals Großbritannien inne, das doppelt soviel Handel wie Deutschland mit Argentinien abwickelte.

Seit Beginn der 1990er Jahre hat der deutsch-argentinische Warenaustausch im Schnitt einen Wert von rund 2,1 Mrd. US-Dollar pro Jahr. Deutschland importierte 2005 Waren im Wert von rund 1,21 Mrd. US-dollar (2004: 1,23 Mrd. US-Dollar), die Exporte nach Argentinien betrugen 1,30 Mrd US Dollar (2004: 1,16 Mrd. US-Dollar). Das sind gegenüber 2004 bei den Importen eine Abnahme von 2 %, bei den deutschen Exporten eine Steigerung von von 12 %. Argentinien liegt bei den deutschen Exporten nur an 54. Position, bei den Importen an 52. Stelle.

Deutschland exportiert traditionell Industrieerzeugnisse (Maschinen, Fahrzeuge, Fahrzeugteile) und zunehmend pharmazeutische und chemische Erzeugnisse. Argentinien exportiert vor allem Produkte aus der Land- und Viehwirtschaft.

Deutsche Investitionen

Auch das Engagement deutscher Investoren in Argentinien reicht bis ins vergangene Jahrhundert zurück. 1887 wurde in Buenos Aires die Deutsche Überseeische Bank, ein Tochterinstitut der Deutschen Bank, gegründet. Dort entstand 1914 auch die erste Siemens-Fabrik außerhalb Europas. Deutsche Unternehmen hatten am Aufbau der argentinischen Elektrizitätsindustrie maßgeblichen Anteil.

Die engen Wirtschaftsbeziehungen wurden zwar durch die beiden Weltkriege vorübergehend unterbrochen, doch bereits in den fünfziger Jahren wurden deutsche Firmen in Lateinamerika wieder aktiv: AEG z. B. begann 1958 mit der Produktion in Argentinien, Hoechst startete ein Jahr später.

Europa hat die ausländischen Direktinvestitionen in Argentinien in den letzten fünf Jahren mit 72 % des Netto-Zuflusses angeführt. Vor allem in den neunziger Jahren waren europäische Unternehmen die größten Investoren in Argentinien. Ein Investitionsschutzabkommen zwischen Argentinien und Deutschland ist seit November 1993 in Kraft. Seit 1978 besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Weitere Abkommen

Weitere wichtige Abkommen sind das Doppelbesteuerungsabkommen von 1978 sowie ein Luftverkehrsabkommen von 1985 (in Kraft seit Anfang 1993) .

Grundlage für eine größere Zahl von Projekten zur Förderung der Desertifikationsbekämpfung, des städtisch-industriellen Umweltschutzes sowie zur Unterstützung der Klein- und Mittelindustrie ist das Rahmenabkommen zur Technischen Zusammenarbeit von 1976.

Deutsch-argentinische Handelskammer

Wichtige Vereinigung deutscher Unternehmen in Argentinien ist seit 1916 die Deutsch-Argentinische Industrie- und Handelskammer mit derzeit mehr als 230 deutschen Firmen als Mitglieder aus Argentinien.

 

 

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