Malbec in Mendoza

- Weinbau in luftigen Höhen

Mendoza in Argentinien wird das Land der Sonne und des Weines genannt: La tierra del sol y del vino. Hier entstehen die wichtigsten und besten Weine Argentiniens, mittlerweile der sechstgrößte Weinproduzent der Welt. 70% der argentinischen Weine stammen aus Mendoza.

Malbec in Argentinien

1852 stellte Argentiniens Präsident Domingo Faustino Sarmiento den französischen Weinbauer Miguel Pouget in seine Dienste. Dieser sollte das bis dato erste akademische Seminar in Mendoza für Landwirtschaft leiten. Teil des Projektes war der Weinberg „Quinta Normal“. Hier pflanzte Miguel Pouget viele verschiedene europäische Rebsorten, um deren Adaptionsfähigkeit in Mendoza zu testen. Relativ schnell wurde klar: Malbec gedeiht am besten, hier schien die Rebsorte ihren perfekten Standort gefunden zu haben. Seitdem gilt Mendoza als das Epizentrum des argentinischen Weines.

  • Bei über 330 Tagen Sonne im Jahr wird Malbec schön gesund und reif.
  • Die 200 mm/m² Regenmenge pro Jahr reicht nicht aus, die empfindlichen Rebstöcke mit Pilzkrankheiten zu infizieren
  • Die naturgemäß steinigen und sandigen Böden der Andenregion sorgt für eine ertragsarme Ernte mit kleinen, prallen Traubenfrüchten
  • Durch die Bodenbeschaffenheit und die sparsame Feuchte hat Phyloxera keine Chance, was dem Malbec erlaubt, sein Wurzelwerk zu festigen
  • Es gibt faktisch keinen Herbstregen: Der Malbec reift weiter ungestört


In Mendoza fand die Malbec Traube also ihr Zuhause! Die Trauben werden durch die Sonne und das lange Reifen an der Rebe gesund und vollreif. Der Malbec Wein aus Mendoza ist dunkelviolett, reichhaltig, mit konzentrierten Aromen von dunklen Früchten, Schwarzkirschen, Himbeeren, Cassis und Johannisbeeren. Durch die lange Reifeperiode verflüchtigen sich die trockenen, rustikalen Tannine, die französische Malbecs vorweisen. Malbec aus Mendoza ist zwar kraftvoll, aber weich und geschmeidig.

Die Bedingungen in Mendoza

Effektives Reifen in den Anden:

Mendoza liegt auf dem 33. Breitengrad in südlicher Ausrichtung an der westlichen Grenze von Argentinien und Chile. Hinter den Anden liegt Chile. Mendozas Bewohner bezeichnen ihre Heimat als „sehr hoch gelegene Wüstenoase“. Die allgegenwärtigen Anden charakterisieren das Terroir von Mendoza.

Catena Weinberg und AndenDurch das Andengebirge wird die Wolkenzirkulation gesteuert. Das ermöglicht ein wüstenähnliches Klima in den Weinbergen von Mendoza. Denn die extrem hohen Berge, etwa der höchste Berg der Anden, der Aconcagua mit 6960 Metern, halten die Wetterwolken vom Pazifik fern. Regen fällt, wenn überhaupt, nur in Chile oder direkt in den Anden, in Mendoza nicht. Nur die Schneeschmelze sorgt für die natürliche Bewässerung der Weinberge von Mendoza. Natürlich muss auch künstlich bewässert werden, vor allem im Sommer, wenn das Thermometer gut und gerne 33°C erreicht. Das gespeicherte Schmelzwasser und das Wasser aus den mäandernden Flüssen rings um Mendoza werden dafür genutzt. Spezielle Tropfsysteme geben gezielt und sparsam Wasser an die Malbec Rebstöcke ab – gerade genug für die Reife.

Das so genannte „High-Altitude Vineyard Managing“ erlebt in Mendoza wortwörtlich Höhenflüge: Die Anden in direkter Nachbarschaft geben nicht nur emotional ein Gefühl der Erhöhung. Durch eine Höhe der Weinberge von bis zu 3500 Metern, sind die Temperaturen eher gemäßigt. Je höher, desto kälter: Pro 100 Meter mehr Höhe, 1°C niedrigere Temperatur. Die Geschwindigkeit der Traubenreife an der Rebe, die natürliche Säureentwicklung, die Aromenausdifferenzierung und die Akkumulation von Farbe, Aroma und der Polyphenole für den Geschmack werden durch die kühle Gebirgstemperatur verlangsamt und somit intensiviert.

Dazu kommt die extreme Sonneneinstrahlung. Die Sonnenkraft ist intensiver, weil weniger Atmosphäre zwischen Sonne und Weinberg vorherrscht. 330 Sonnentage im Jahr – nur in Mendoza findet sich eine solche Sonnendichte. Dadurch erreichen die Trauben eine höhere Photosynthese-Effizienz, eine dicke Hautschicht, ein weiches Tanningerüst und einen tiefgründigen Geschmack.

High Altitude Malbe

High-Altitude-MalbecAmpelographische Charakteristik von Malbec:

Das Blatt einer Malbec Rebe ist mittelgroß und relativ rund geformt. Manche Malbec Blätter sind gedreiteilt, während andere zusammenhängend sind. Die Ränder der Blätter sind fein gezackt und das Blatt formt ein deutliches V direkt ab dem Stiel. Die Malbec Traube ist auch mittelgroß und normalerweise konisch geformt. In Mendoza variieren die Traubengrößen und –formen allerdings stark. Die Traubenbeeren von Malbec sind in Mendoza klein bis mittelgroß, kompakt und prall.

Reifeperiode:

Durch die harmonische Symbiose von niedrigen Temperaturen durch alpine Höhen und direkter Sonneneinstrahlung verlangsamt sich der Reifeprozess der Traubenbeeren drastisch. Für Malbec in Mendoza bedeutet dies, dass der Zeitraum zwischen Veraision (also dem Beginn des Reifens) bis zur Ernte extrem lange andauert. In dieser Zeit entwickeln sich Farbe, Aromatik und die Polyphenole. Gerade in Mendoza kühlt es zum Ende der Reifeperiode stark ab, was eine Reduzierung des Zuckergehaltes und eine Steigerung der Aromen mit sich bringt. Malbec aus Mendoza ist somit sehr, sehr kraftvoll, aromenintensiv und mächtig, erdrückt aber nicht mit einem zu hohen Alkoholgehalt. Die Frucht eines Mendoza Rotweines ist sehr konzentriert, der Wein aber nicht zu warm oder überdosiert.

Im weltweiten Vergleich dauert die Periode zwischen Beginn der Reife und der Lese in Mendoza am längsten an. Auf einer Höhe von 1500 Metern reift Malbec etwa 90 bis 100 Tage. Zum Vergleich: In Australien reifen die Trauben nur knapp 65 Tage, im Bordeaux knapp 70, im Napa Valley knapp 72 Tage. Bei der Aromenintensität der Polyphenole erreichen Weine, die auf einer Höhe bis zu 850 Metern angebaut werden, Werte knapp unter 12. High Altitude Malbec aus Mendoza erreicht in der Aromenintensität im gleichen Test einen Wert von durchschnittlich 16 Punkten.

Sonnenintensität:

Auch in Bezug auf die Sonneneinstrahlung hält Mendoza den Rekord: Beträgt der Wert im Bordeaux oder im Burgund etwa 1300 µE/cm², ist die Sonnenintensität in Mendoza fast doppelt so hoch bei 2500 µE/cm².  Selbst das Napa Valley kann da nicht mithalten und bleibt bei knapp 1800 µE/cm² im Schatten zurück.

Tanninkomposition:

Die starke Sonnenintensität hat einen großen Einfluss auf die Tanninproduktion und –komposition im Malbec. Einerseits produziert die Rebe mehr totale Gerbsäuren, was den Malbec später konzentrierter macht. Andererseits besitzen die Tannine eine höhere Rate an synthetisch organischen Polymeren, die entstehen, wenn Tannine sich miteinander verbinden, um sich mit den Zuckermolekülen in der Traubenhaut zu verketten und so lange Moleküle zu bilden. Polymerisierte Tannine sind weicher, süßer und sanfter als nicht polymerisierte, monomere Tannine. Die so genannten „totalen Tannine“, also polymerisierten Tannine, sind im High Altitude Malbec sehr stark vertreten, während die monomeren Tannine reduktiv sind.

Resveratrol – Das, was den Wein gesund macht:

Rotwein gilt als gesund, herzstärkend, immunfördernd. Je mehr Resveratrol der Wein enthält, desto eher kann man dieser Aussage zustimmen. Resveratrol ist ein Polyphenol mit antioxidativer Wirkung. Je stärker die Sonne auf die gesunden Traubenhäute scheint, desto mehr Resveratrol muss die Pflanze produzieren, um die Haut zu stärken. Malbec aus Mendoza besitzt den höchsten Anteil an Resveratrol aller Rotweine der gesamten Weinwelt. Der Wert ist konkurrenzlos hoch: Im Durchschnitt besitzt australischer Shiraz etwa 5 ng/L Resveratrol, Cabernet Sauvignon aus Kalifornien knapp 10 ng/L, französischer Rotwein 12 ng/L und Pinot Noir rund 13 ng/L. High Altitude Malbec aus Mendoza besitzt über 23 ng/L Resveratrol [The American Journal of Enology and Viticulture].

Weinberg MalbecVinifikation von Malbec in Mendoza

Sobald die Malbec Traubenbeeren ihre optimale Reife erreicht haben, werden sie gelesen. In der Kellerei landen sie auf dem so genannten „crush pad“, wo fleißige Hände Blätter, zerdrückte Beeren und ähnliches aussortieren. Auch ungleichmäßig gewachsene Trauben werden rigoros aussortiert. Die verbleibenden Trauben werden entrappt und die Beeren erneut auf ihren Zustand überprüft. Erst jetzt gelangen die Malbec Traubenbeeren in den Tank zur alkoholischen Gärung, während derer sich der Zucker in Alkohol und Kohlendioxid umwandelt.

Beim Malbec, und grundsätzlich bei jedem Rotwein, ist auf die Mazeration zu achten. Erst das Belassen der Beerenhäute auf dem Most oder Saft macht einen Malbec zu einem Malbec, einen Rotwein zu einem Rotwein. Durch die Mazeration gelangen die chemischen Komponenten aus den Häuten (Anthocyane, Tannine, Aromen) in den Wein – sie sind verantwortlich für die Qualität des Weines. Die Temperaturkontrolle, das Bewegen und die Zeit sind die wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Fermentation und Mazeration. Nach der alkoholischen Fermentation startet die Mazeration, die erst endet, wenn der verantwortliche Winemaker denkt, es sei genug. Der Wein wird von den Häuten getrennt und kommt zur Reife in die Fässer. Die so genannte malolaktische Gärung, eine zweite Fermentation, findet im Anschluss statt. Sie sorgt für die biologische Stabilität im Wein und macht den Malbec weich und bekömmlich. Nach der flexibel gehaltenen Holzreife gelangt der Malbec in die Flasche und reift dort je nach gesetztem Ziel weiter.

Malbec – Der schwarze Wein Argentiniens

In Mendoza wird gerne und oft die Geschichte erzählt, als Robert Mondavi, seines Zeichens eine Wein-Legende, nach Mendoza kam. Das war 1994 und er lässt sich mit folgenden Worten zitieren: „Ein guter Malbec sollte durch seine attraktive, dunkelviolette Farbe und die intensiven, dunklen Fruchtaromen, zusammen mit einem Hauch Eiche, beeindrucken. Und er muss süßlich im Mund sein und weich wie ein Baby-Po.“

Über letzteres lässt sich streiten; dass Malbec aber die Rebsorte Mendozas ist lässt sich schwerlich abstreiten. Die sonnigen Anden, der karge Boden und das kühle Klima nachts sind die idealen Bedingungen für Malbec, daran lässt sich nicht rütteln. Malbec ist eine von 5 Bordeaux Rebsorten, neben Merlot, Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Petit Verdot, die in Mendoza angebaut werden. Dabei ist Malbec keine Eintagsfliege, sondern etabliertes Aushängeschild des Landes.

Rotwein aus Malbec kombiniert die dunklen, reifen und konzentrierten Aromen seiner berühmten französischen Vorfahren Cabernet Sauvignon und Syrah mit einer sagenhaften Reichhaltigkeit und Weichheit am Gaumen. Das machte Malbec zum schnellwachsenden Exportschlager Argentiniens. Und auch das größer werdende Interesse von Touristen an Argentinien trägt zur Popularität des Malbec weiter bei.


Hier können Sie Malbec aus Argentinien bestellen:

Weinversand Vinexus: www.vinexus.de

Fotos: Vinexus

 

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Malbec Trauben aus Argentinien