Villa Devoto

Villa Devoto, Buenos Aires

Wer aufmerksam beim Anflug auf Ezeiza zum Fenster hinaussieht, dem fallen die weiten Flächen niedrig bebauter Stadtviertel auf. Alles quadratisch, grün, scheinbar gleich. Weit entfernt sind die teils schmutzig-weißen, teils glasglänzenden Hochhäuser des Zentrums. Ein breiter Ring von Wohnvierteln umgibt das Herz der Capital - Viertel, mehr oder weniger von Menschen bewohnt, die sich der Mittelklasse zuzählen oder -zählten.

Zum Beispiel Devoto

Zwischen großen Verkehrsachsen gelegen, die Buenos Aires in große Käsestücke schneiden. Quadratische Straßenblöcke wohin man sieht. Ziemlich leere Straßen, hin und wieder ein Auto und einige Passanten. Auf den ersten Blick ein Durcheinander: Große Häuser, kleine Häuser, englischer Landhausstil, Bauhaus, kolonial angehaucht, Hochhäuser, Bungalows, Postmoderne; jedenfalls lehnen sich die meisten Häuser aneinander an, einmal um den Straßenblock - die "cuadra" - herum, und das tausende von Malen, ein Block neben dem anderen.

Eine kleine Idylle - Eindrücke

Erst wenn man das Gedränge und die Hitze von Buenos Aires kennt, zeigt sich der Wert dieser Stadtviertelidylle. Es bieten sich Rückzugsräume vom Lärm, vom Gestank, vom Elend, das sich manchmal auftut. Die meisten Häuser haben einen kleinen Garten, zumindest aber einen Patio, oder wenigstens einen Balkon oder eine Terrasse.

Der Duft von gegrilltem Fleisch zieht tagaus, tagein durch Gärten und Straßen; hier eine Konversation mit dem koreanischen Gemüsehändler um die Ecke, der seinen Tante-Emma-Laden 24 Stunden offen hat; dort rumpelt der Bus ins Zentrum über die Straßen; auf der Plaza küssen sich Paare; lärmende Kinder tollen auf dem Spielplatz; der kräftige junge Mann, der zehn Hunde nacheinander abholt, ausführt und wieder zu Herrchen und Frauchen zurückbringt; Bummeln im Shopping; Bars, die einen Hauch Miami verströmen; der Laden mit frischen italienischen Pasta.

Villa Devoto, Buenos Aires

Die Zeiten ändern sich

Die Straßen sind seltsam leer, anders als früher, als sich Jung und Alt draußen vor der Tür trafen, vielleicht Mate tranken und plauschten. Heutzutage macht sich Unsicherheit bemerkbar: Kein Haus ohne gefängnisartige Gitter, eingesperrte Autos, Alarmanlagen. Man hört viel von Einbrüchen und Ausrauben, auch wenn es nicht überall und immer passiert.

Den Mittelstand traf nicht nur die Wirtschaftskrise des Jahres 2001 hart. Doch die Stimmung hat sich merklich gebessert. Man sieht es: Es wird wieder renoviert, es geht aufwärts.

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Villa Devoto, Buenos Aires