Mafalda, enfant terrible

Mafalda

Das eigenwillige Mädchen Mafalda zählt zu den berühmtesten Cartoons der Welt. Ihr Schöpfer ist der Argentinier Quino, dessen Philosophie, Vision des Lebens und der Welt sie widerspiegelt. Sie ist ein Abbild ihrer Zeit und hat dennoch, mehr als vierzig Jahre nachdem sie die Augen ihrer Leser erblickte, nicht an Aktualität verloren.

Mafalda kommt auf die Welt

Quino erhielt über seinen Freund Miguel Brascó den Auftrag, eine Cartoonserie zu zeichnen, in der versteckt für die Haushaltgeräte von "Mansfield" geworben werden sollte, wobei die Namen aller Figuren mit "M" beginen mussten. Quino wählte für die Protagonistin den Namen Mafalda, in Anspielung auf eine Figur der Novelle Dar la cara von David Viñas. Zeitungen, denen die Cartoons angeboten wurden, nahmen sie jedoch wegen der zu offensichtlichen Werbung nicht an. Quino adaptierte schließlich die Cartoons und brachte sie, die ursprüngliche Idee von Geschichten über ein Mädchen und ihren Eltern beibehaltend, in der Wochenzeitung Primera Plana unter. Am 29. September 1964 wurde Mafalda das erste Mal veröffentlicht.

Ihr Leben: 1965 bis 1973

Am 19. Januar 1965 erscheint der erste ihrer Freunde, Felipe. Im März des selben Jahres, wieder nach Vermittlung von Brascó, erscheint Mafalda in der Tageszeitung El Mundo.

1965 treten noch weitere Freunde Mafaldas das erste Mal auf: Manolito Goreiro und Susana Clotilde Chirusi. 1966 erscheint der erste Mafalda-Sammelband in Argentinien. Nach einer 6-monatigen Pause veröffentlicht Quino 1968 Mafalda wieder, diesmal in der Zeitschrift Siete Días Ilustrados; inzwischen wurde ihr Bruder Guillie geboren.

1973 stellt Quino fest, dass er sich wiederholt. Bis Mai 1973 verabschieden sich nach und nach seine Figuren. Am 25. Juni 1973 erscheint Mafalda das letzte Mal ihren Lesern in einem Cartoon. Danach tritt sie lediglich in einigen Zeichentrickfilmen wieder auf.

Quino

- Kurzbiografie

Geboren wurde Joaquín Salvador Lavado - oder: Quino, wie er von Familie und Freunden genannt wurde - am 17. Juli 1932 in Mendoza, Argentinien. 1945 schreibt er sich in die Kunstakademie ein, verlässt diese aber schon 1948, weil er "genug davon hat, Vasen und Gipsfiguren zu zeichnen". Quino beschließt, sich den humoristischen Zeichnungen zu widmen, hat aber zunächst wenig Erfolg damit. 1954 beginnt mit den ersten Veröffentlichungen von Cartoons ohne Worte Quino bekannt zu werden; 1963 veröffentlicht er seinen ersten Sammelband Mundo Quino.

Die Zeit von 1964 bis 1973 gehört ganz Mafalda, wobei Quino 1972 einen Band mit Cartoons veröffentlicht, A mí no me grite, in dem Mafalda nicht vorkommt. 1977 illustriert er für die UNICEF die weltweite Kampagne für die Erklärung der Rechte der Kinder mit Mafalda und ihren Freunden. Seit 1980 erscheint regelmäßig seine Seite "Humor por Quino" in der Sonntagsausgabe der Tageszeitung "Clarín". Weitere Sammelbände sind: Ni arte ni parte (1982), Déjenme inventar (1983), Quinoterapia (1985), Sí ... cariño (1987), Potentes, prepotentes e impotentes (1989), Humano se nace (1990), Todo Mafalda (1993) und Qué mala es la gente! (1996).

Quellen:

Toda Mafalda, Ediciones de la Flor, Buenos Aires, 2004.

www.quino.com.ar

 

Sie befinden sich hier / Home / » LEBEN / Kunst / Historietas / Quino 

 

Mafalda