Parteien

Frente para la Victoria (FV)

Die Peronisten verfügen derzeit über keine gewählte Führung. Eine Fraktion der Peronisten (Frente para la Victoria, FV) wird von Cristina Fernández de Kirchner angeführt, der Rest der Partei von regionalen Führern. Der bei seiner Wahl 2003 ziemlich unbekannte und in der Partei damals über wenig Rückhalt verfügende Präsident Néstor Kirchner hat in seiner Amtszeit an Popularität in der Partei wie in der Bevölkerung gewonnen.

Nach anfänglich geringer Machtstellung in der peronistischen Partei konnte Kirchner seine innerparteiliche Position deutlich ausbauen. Seine politische Macht verbreiterte Kirchner durch den Ausbau peronistisch orientierter Wahlallianzen auf Provinzebene unter der Flagge der FV. Kirchners Fraktion des Peronismus setzte sich bei den Parlamentswahlen im Oktober 2005 triumphal gegen etablierte Strukturen und gegen seinen früheren Mentor Eduardo Duhalde durch.

Nach Néstor Kirchners Tod am 27.10.2010 übernahm seine Ehefrau Cristina Fernández de Kirchner die Führung des PV. Während die FV bei der Parlamentswahl 2011 landesweit noch mit 54,1 % eine klare absolute Mehrheit der Stimmen enthielt, entfielen bei einer Abstimmung über einen Teil der Parlamentssitze 2013 nur noch 33 % der Stimmen auf die FV.

Die Peronisten - Partido Justicialista

Der PJ entstand in den 1940er Jahren als persönliches Machtinstrument von Juan Domingo Perón. Die Partei war zunächst eine Massenbewegung, die bald die Gewerkschaftsbewegung integrierte und sich später anderen gesellschaftlichen Gruppen öffnete. Mit diesem Rückhalt machte Perón eine nationalistische, wirtschaftlich dirigistische und protektionistische Politik, verstaatlichte wichtige Wirtschaftszweige, verteilte das Volkseinkommen zugunsten der unteren sozialen Schichten um und schuf ein soziales Sicherungssystem. Ende der 1960er Jahre zerfiel die der PJ in zahlreiche rivalisierende Flügel mit terroristischen linken und rechten Randgruppen (Montoneros, Alianza Anticomunista Argentina).

1985-1987 setzte sich eine jüngere Politikergeneration durch, die demokratische Wahlen von der Basis bis zur Spitze erzwang und die Verflechtung mit dem Gewerkschaftsverband lockerte.

Die Peronisten sind heute in unterschiedliche Strömungen zerfallen, ein Prozess der von Néstor Kirchner und nach seinem Tod von seiner Ehefrau und Nachfolgerin Cristina Fernández aktiv vorangetrieben wurde. Die "Frente para la Victoria" ist heute die mit Abstand dominierende politische Strömung der Peronisten.

Nicht-kirchneristische Peronisten - Frente Renovador

Im Abgeordnetenhaus spielen die nicht-kirchneristischen Peronisten eine untergeordnete Rolle. Das wichtigste Bündnis im Abgeordentenhaus ist seit Ende 2013 die Frente Renovador. Sie setzt sich aus folgenden Einzelparteien zusammen: Fuerza Organizada Renovadora Democrática; Partido Renovador de la Provincia de Buenos Aires; Partido Demócrata Cristiano; Partido Unión Popular; Tercera Posición; Nuevo Buenos Aires; Movimiento por la Equidad y la Justicia y la Organización Popular; Partido del Trabajo y la Equidad; y Partido de la Concertación Social. Das Bündnis wird von Sergio Massa angeführt, der gleichzeitig Bürgermeister von Tigre ist. Massa war von Juli 2008 bis Juli 2009 Minister im Kabinett von Cristina Fernández.

Unión Cívica Radical (UCR)

Die UCR, eine vor allem im liberalen Bürgertum verankerte Traditionspartei, war zuletzt von 1983 bis 1989 Regierungspartei unter Präsident Alfonsín sowie 1999 bis 2001 unter Präsident Fernando De la Rúa. Die UCR ist seit Dezember 2011 mit 39 von 257 Sitzen im Parlament (Abgeordnetenhaus) vertreten. Fraktionsvorsitzender ist Ricardo R. Gil Lavedra.

 

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