Los Divididos

Im Dezember 1987 löste sich "Sumo", eine der bedeutendsten Rockbands Argentiniens der 1980er Jahre, aufgrund des Todes seines Frontmanns Luca Prodan auf. Die verbliebenen Musiker waren die Kristallisationspunkte neuer Gruppen unterschiedlicher Stilrichtungen. So gründeten Ricardo Mollo (Gitarre und Gesang), Diego Arnedo (Bass) und Gustavo Collado (Schlagzeug) eine Band, die zunächst La División hieß und die später in "Los Divididos" umbenannt werden sollte.

Divididos: Rock und Folklore-Rhythmen

Vielleicht liegt es am Einfluss von Mario Gallo Arnedo, dem Vater des Bassisten Diego Arnedo, dass die Divididos den Rock mit Rhythmen aus der argentinischen Folklore mischen. Einen Teil steuert dazu auch Ricardo Mollo bei, der eine Folklore als musikalische Basis aus seinem Geburtsort Pergamino einbringt. 1988 debutierte die Band in einem Pub im Stadtteil Flores in Buenos Aires, 1989 nahmen sie "40 dibujos ahí en el piso" auf, ein Album, das die noch keinen eigenen Stil erkennen ließ.

1990 vollzogen die Divididos den ersten Wechsel der Besetzung: Gustavo Collado verließ die Band, dafür kam Federico Gil Solá, mit dem sie 1991 "Acariciando lo áspero" aufnahmen. Dieses Funk-Rock-Album erlangte eine große Aufmerksamkeit und mehrere Stücke gelangten in die Charts (Ala delta, Que Ves, El 38).

Los Divididos: La era de la boludezDie "Planierraupe des Rock"

Mit ihren Auftritten in der Arena "Obras Sanitarias" in Buenos Aires konnten die Divididos ihre Musik einem breiteren Publikum bekannt machen. Mit dem Produzenten Gustavo Santaoalalla brachten sie das sehr erfolgreiche Album "La era de la boludez" heraus und ihr Fans begannen sie als "La aplanadora del rock” (die Planierraupe des Rock) zu bezeichnen. Seit einer Umbesetzung im Jahr 1995 bestand das Power-Trio aus Ricardo Mollo, Diego Arnedo und Jorge Araujo. Ihr viertes Album "Otro le travalanda" nahmen sie in New York auf, 1996 startete der Verkauf des Albums "Divididos".

Im Oktober 1997 nahmen die Divdidos gemeinsam mit Léon Greco, Las Pelotas, La Renga, Los Piojos, Todos Tus Muertos, A.N.I.M.A.L., Attaque '77, Actitud María Marta und anderen an einer Show als Hommage an vierzig Jahre "Madres de Plaza de Mayo" teil. 1998 folgte mit "Gol de Mujer" eines ihrer besten Alben, das im Parque Sarmiento und den Obras Sanitarias vorgestellt wurde. Im Jahr 2000 nahmen sie im legendären Londoner Abbey-Road-Studio das Album "Narigón del Siglo" auf.

"Acusticiones"

Weitere Alben folgten: "Viveza Criolla", 2001 "La aplanadora del rock", 2002 "Vengo del placard de Otro", ein im Vergleich zu den anderan eher poppiges Album. Im Juli 2003 feierten sie im Gran Rex in Buenos Aires das 15-jährige Bestehen der Band. Mit ihrer "Acusticiones"-Serie überraschten sie das Publikum mit unkonventionellen Instrumenten, z.B. mit einer Bass-Balalaika und einer Version von "Mañana en el Abasto" von Sumo mit Fortunato Ramos am "erque", einem autochtonen Blasinstrument. Vor diesem Hintergrund brachten sie das Doppelalbum "Vivo Acá" heraus.

Im April 2004 verließ Jorge Araujo die Band und an seiner Stelle stieg Catriel Ciavaerlla ein, der zuvor Schlagzeuger von MAM war, der Band von Omar Mollo.

Divididos: Amapola del '66

Das letzte Album: "Amapola del '66"

Nach einigen Verzögerungen wurde für März 2010 das Erscheinen neuer Aufnahmen unter dem Namen "Amapola del '66" angekündigt, des ersten Albums nach acht Jahren. Es enthält als Begleitung eine DVD mit Dokumentaraufnahmen aus dem bandeigenen Studio La Calandria. "Amapola del '66" besteht aus zwölf eigenen Stücke und einer Chacarera von Mario Arnedo Gallo, dem Vater des Bassisten (Coverfoto siehe oben).

Diego Arnedo ist wahrscheinlich einer der beste Bassisten Argentiniens, der einen eigenen und gut definierten Stil pflegt. Ricardo Mollo erinnert zuweilen an Jimi Hendrix. Catriel Clavarella ist nicht nur eine Augenweide, sondern hat viel Talent und Energie, die man spürt, sobald er loslegt.

 

Quellen:

cmtv.com.ar, rock.com.ar, nocturnar.com



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