Fútbol argentino

Fußball ist das Markenzeichen und der Exportschlager Argentiniens schlechthin. Lionel Messi, Diego Maradona, Juan Sebastián Verón, Carlos Tévez - Namen, die Fans und Experten gleichermaßen begeisterten und immernoch begeistern. In keinem anderen Land der Welt, außer vielleicht in Brasilien, wird Fußball mit solcher Leidenschaft gelebt wie in Argentinien.

Erbe der Engländer

Der populärste Sport Argentiniens erreichte Buenos Aires gegen 1840 über englische Seeleute, die sich damit in der Nähe des Hafens ihre freie Zeit vertrieben. Zunächst noch ausschließlich von britischen Landsleuten gespielt, wurde 1867 der "Buenos Aires Football" u.a. von den Gebrüdern Hoggs gegründet.

Betrieben wurde der Sport hauptsächlich von Mannschaften der englischen Schulen, den Angestellten der Eisenbahnen und anderer ausländischer Unternehmen. 1891 wurde das erste öffentliche Turnier ausgetragen und die triumphierenden "Saint Andrew" sind wohl als der der erste Landesmeister anzusehen. 1894 war die Geburtsstunde der "Asociación del Fútbol Argentino" (AFA), aber erst die Wahl von Florencio Martynez zum Präsidenten der AFA 1906 beendete die Ära der Engländer.

Wappen der Asociación de Futbol Argentina (AFA)

Aufstieg zum Nationalsport

Von nun an ging es aufwärts mit dem Fußball. Die Masse der Bevölkerung hatte sich mit dem Fußballvirus angesteckt, was sich in der Gründung zahlreicher Fußballclubs wie River Plate, Boca Juniors, Gimnasia y Esgrima de la Plata oder Rosario Central niederschlug. Zeitungen berichteten regelmäßig über Spiele und Ergebnisse. Fußball, von allen gesellschaftlichen Schichten geliebt und praktiziert entwickelte sich zum unbestrittenen "Sport der Argentinier". Am Anfang schrieb die Mannschaft der englischen Schule "Alumni" Fußballgeschichte, indem er bis 1911 fast alle Turniere gewann. 1912 wurde der Racing Club gegründet, der sich in einen neuen Publikumsliebling verwandelte.

Boca Juniors vs. River Plate

Das Zepter übernahm schon bald Boca, die ein auffälliges und befreites Spiel aufzogen. Die Mannschaft des Riachuelo ging 1925 auf Europareise, auf der sie 15 von 19 Spielen gewann. Fortan war Boca die "Mannschaft des Volkes". Der ewige Kontrahent aus Buenos Aires, River Plate, investierte Unsummen, um eine bessere Mannschaft auf die Beine zu stellen als Boca. Seitdem gilt River als Club der "Millionäre" und hat damit ein ähnliches Image wie Bayern München in Deutschland.

Profifußball

Seit 1931 wird in Argentinien Profifußball betrieben, wobei die erste Meisterschaft - wie könnte es anders sein - zu einem Triumph für Boca wurde. Zahlreiche brilliante Fußer wie Seoane Orsi Scopelli, Zozaya, Nolo Ferreira, Varallo, Cherro, Pedernera, Farro, Pontoni und viele mehr spielten zu dieser Zeit.

Auch wurden der Bedeutung des Sports angemessene Stadien erbaut, so 1940 das "Bombonera" (Pralinenschachtel) genannte Stadium von Boca Juniors. Zur Fußball-WM 1978 wurden eine Reihe dieser Stadien renoviert und eweitert und einige komplett neu erbaut.

La selección

Stellen schon die nationalen Meisterschaften wichtige Momente dar, so sind internationale Spiele und Turniere der Nationalmannschaft - der "selección" - unbestrittene nationale Events. In den Anfängen des argentinischen Fußballs stellten vor allem die Uruguayos als Hauptrivalen die Frage nach der Fußballvormacht am Río de la Plata. Später gesellten sich die Brasilianer als Rivalen hinzu.

Argentinien gehörte auch bei den Fußballweltmeister-schaften eigentlich immer zu den besten Mannschaften und Favoriten. Absolute Höhepunkte waren der Gewinn des Weltmeistertitels 1978 im eigenen Land unter der Regie des Trainers Cesar Luis Menotti und 1986 in Mexiko unter Carlos Salvador Bilardo und dem Kapitän Diego Armando Maradona.

 

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