Jurassic Park in Patagonien

Mehr als 40 Fundstellen fossiler Überreste unterschiedlicher Größe von 40 Dinosaurier-Arten haben Argentinien in ein Paradies für Paläontologen verwandelt und zu einem bevorzugten Ziel von Touristen mit der Seele eines Indiana-Jones gemacht. Vor allem in Patagonien wurden Überreste dieser Giganten gefunden.

Spuren einer entfernten Vergangenheit

Fast scheint es, als könne jeder Wanderer seinen eigenen Dino entdecken. 1999 ging der 10-jährige Rafael Moyano zum Angeln an den Lago Mari Menuco und fand einige seltsame Schnecken, die sich als der riesige Schwanz eines Abelisaurus herausstellten, einem vor 85 Millionen Jahren lebenden Fleischfresser . Ähnlich erging es dem Radiologen Alejandro Delgado, der beim Tauchen im Lago Ezequiel Ramos Mexía auf Teile eines Andesaurus delgadoi stieß.

Dort in bei El Chocón, der Staustufe in der Nähe von Neuquén, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, kann man in die Fußstapfen der Dinosaurier treten (s. Bild). In einer Art Freilichtmuseum sind die Spuren von 33 Sauropoden-, Tetropoden- und Iguanodonten-Spaziergängen zu bewundern - entweder auf extra errichteten Laufstegen oder mit Hilfe eines Führers. Nicht weit davon entfernt teilt der Cañadón Escondido einen roten Berg in zwei Hälften. Auf deren 80 Meter hohen Wänden befinden sich ebenfalls Dino-Fußstapfen.

Ganz in der Nähe, bereits in der Provinz Río Negro, sollten Dinobegeisterte nicht versäumen, den "Parque Valle Cretácico" (Kreidezeit-Park) zu besuchen.

Dinos Kinderkrippe

Etwa 145 Kilometer nördlich von Neuquén ein weiterer sensationeller Fund: In der Sierra Auca Mahuida erkennt man über eine Strecke von 12 Kilometern graue Flecken, die jeweils 2 Meter voneinander entfernt sind. Es handelt sich um 800 Kubikzentimeter große Dino-Eier; die ersten, die mit versteinerten Embrionen und der Haut eines Titanosaurus gefunden wurden - eines 15 Meter langen, 12 Tonnen schweren Giganten.

Paläontologe für einen Tag

Im paläontologischen Zentrum Lago Barreales hat man erkannt, wie der Paläo-Tourismus gewinnbringend für die Wissenschaft genutzt werden kann. Etwa 95 Kilometer von Neuquén entfernt können interessierte Touristen für 2 US-Dollar ein Gebiet betreten, in dem Dinosaurier wissenschaftlich untersucht werden und dabei die Arbeit der Wissenschaftler beobachten.

Auch werden Fortbildungskurse für Geologie-, Biologie- und Paläontologiestudenten angeboten. Sie lernen fossile Überreste der Kreidezeit zu suchen, auszugraben und zu präparieren. Siebentägige Kurse kosten 420 US-Dollar für Nicht-Argentinier. Übernachtet wird in Zelten; inbegriffen ist der Transfer von Neuquén und Vollpension.

Hier erfährt man auch, dass das Leben eines Paläontologen kein Zuckerschlecken ist - immer abhängig von der Finanzierung, von Hilfskräften, und von allem, was man braucht, um in der Abgeschidenheit zu überleben.

Quelle: La Nación, 10.03.2003

 

 

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Dinosaurierfunde in Argentinien