Historietas - Comics und Cartoons

Patoruzu

Geschichte

Historietas kamen etwa Anfang des 20. Jahrhunderts in argentinischen Zeitschriften auf. Zunächst wurden US-Comics - mit einheimischen Namen versehen - reproduziert, ab den 1920er Jahren entstanden vor dem Hintergrund der starken Immigration, einer prosperierenden Wirtschaft und sozialer Konflikte die ersten eigenen Comics.

Die wohl erste Cartoon-Serie war "Viruta y Chicharrón" von Manuel Redondo aus dem Jahr 1912, die in "Caras y Caretas" publiziert wurde.

In den 1930er Jahren sind immer mehr Comics und Cartoons in Zeitschriften, Tageszeitungen und deren Beilagen zu sehen. Charaktere wie der Indianer Patoruzú von Dante Quinterno entstehen (s. o.), die noch über Jahrzehnte weiter existieren. Die erste Zeitschrift, die sich ausschließlich aus Comics zusammensetzt, "El Tony", erscheint 1928.

1940 - 1960

Im "goldenen Zeitalter" des argentinischen Comics werden immer mehr Comics in großer Auflage veröffentlicht. Abenteuer-Comics nehmen die Bildsprache nordamerikanischer Vorbilder auf, finden jedoch bald eigene Themen und Ausdrucksweisen, vor allem seit der Erscheinung der Zeitschrift Patoruzito.

Die 1950er Jahre bringen unterschiedlichste Stilrichtungen und Künstler hervor. Besonders Héctor Germán Oesterheld (Text) schuf u. a. zusammen mit Pratt , Solano López und vor allem Alberto Beccia (Zeichnung, re: Mort Cinder), bemerkenswert ausgereifte Abenteuer-Serien.

1960 - 1990

Die 1960er waren zunächst eine Zeit der Krise. Verlage mussten schließen, Autoren emigrierten. 1964 erschien das erste Mal die Figur des Mädchens Mafalda von Quino, die ein Welterfolg werden sollte (mehr ...).

Während der Diktatur nach 1976 entwickeln sich Comics und Cartoons zu einem Medium, in dem Meinungen zum Ausdruck gebracht werden können. Sie werden von Jung und Alt gelesen, sie schlagen den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft. Gegen Ende der Diktatur erscheinen Autoren, die neue Erzählformen ausprobieren. Zu ihnen zählen literarisch fundierte Texter wie Carlos Trillo oder Juan Sasturain.

Mit der Demokratie wird der Diskurs um Bild und Erzählung wieder belebt; Ausgangspunkt war vor allem der Verlag La Urraca. Junge Zeichner, die sich in erster Linie humoristisch betätigen, mit einer frischen Wort- und Bildsprache, veröffentlichen jetzt in vielen unabhängigen Zeitschriften und geben die eigene Zeitschrift Fierro heraus.

Nach 1990

Bis Mitte der 1990er Jahre kommen und gehen Zeichner, ohne große Spuren zu hinterlassen, das Genre der Abenteuer-Comics erscheint verbraucht und erschöpft. Unabhängige Zeitschriften, die von den Zeichnern selbst herausgegeben werden und die vor allem von der Kunst und dem Design leben, prägen das Ende des Jahrtausends. Dazu wird der Markt überschwemmt von US-amerikanischen Superhelden und dem japanischen Manga.

Seit Mitte/Ende der 1990er leben argentinische Comics wieder auf. Ricardo Siri wurde durch "Bonjour" bekannt, eine im Supplement NO der Zeitung Página12 veröffentlichte Serie. 2002 schaffte er in der Tageszeitung La Nación den Durchburch mit "Macanudo": In diesen Comics erscheinen alle möglichen Protagonisten - Kobolde, Schafe, Pinguine und der geheimnisvolle schwarze Mann, ein Übersetzer von Filmnamen und viele mehr.

Maitena Burundarena trifft mit ihren Figuren die Seelenlage der modernen Frau zwischen Cellulitis und Emanzipation. Mit ihren "Mujeres alteradas" und den "Superadas schaffte sich auch in Deutschland einen Durchbruch (mehr ...).

Juan Matías Loiseau alias Tute zeichnet sich durch eine ungeheure Breite an Themen aus: vom depressiven Fußballprofi über den korrupten Politiker bis hin zu liebevollen Schnappschüssen des kindlichen Seelenlebens. Humor aus Argentinien auch für Nicht-Argentinier. (mehr ...)

Schließlich ist da Gustavo Sala, der im Supplement NO von Página 12 seine ziemlich schrägen, abgründigen Comics "Bife Angosto Unlimited" veröffentlicht.

 

Quellen:

José María Gutierrez (http://www.buchmesse.de/comic-argentina/index.htm)
Néstor G. Giunta, Oscar De Majo (www.todoshistorietas.com.ar)

 

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