Foto: Alex Vanhee

Bajofondo Tango Club

Auf dem wohl bekanntesten Bajofondo-Album "Mar Dulce" sind u. a. Gäste und Freunde, wie Nelly Furtado oder Elvis Costello vertreten.


Nur Kennern der Szene wird der Name Gustavo Santaolalla ein Begriff sein. In Wahrheit kennen Millionen Menschen seine Musik! In seiner Trophäen-Sammlung hat Gustavo Santaolalla mittlerweile zwei Oscars für Filmmusik (Babel/ Brokeback Mountain), einen Golden Globe, neun Latin Grammys (u.a. erhielt er 2005 die hochverdiente Auszeichnung als Produzent des Jahres), einen Grammy, und zwei BAFTA Awards. Einen der Latin Grammys gewann er 2003 für die Produktion des ersten Bajofondo-Albums.

Bajofondo Tango Club Supervielle

Der Name Bajofondo Tango Club war immer etwas irreführend: Denn obwohl der Tango unbestreitbar eines der Stilmittel ist, mit denen die Musiker des argentinisch-uruguayanischen Kollektivs seit 2002 jonglieren, war und ist er eben doch nur ein Stilmittel unter vielen. Deshalb behagt es Gustavo Santaolalla, dem Vordenker des neunköpfigen Ensembles, auch gar nicht, wenn die Musik der Band als “Electronica-Tango” bezeichnet wird.

“Wir mögen diese Etikettierung nicht, weil wir das, was wir machen, weder für Tango noch für Electronica halten. Wir spielen Musik vom Rio de la Plata, und wenn man Musik kreieren möchte, die zeitgenössische Klänge aus Städten wie Buenos Aires und Montevideo repräsentiert, dann ist es - zumindest in unseren Augen - nur natürlich, dass auch Elemente von Tango, Murga, Milonga und Candombe in diese Musik einfließen, da sie Bestandteil der genetisch-musikalischen Landschaft dieses Teils der Welt sind. Aber die vierzigjährige Geschichte der argentinischen und uruguayanischen Rock-, HipHop- und Electronica-Musik sind auch Bestandteil dieser Landschaft und der Geschichte dieser Region.” Und um dies endlich deutlich zu machen, wurde der Bandname nun schlicht zu Bajofondo verkürzt.

Mastermind Gustavo Santaolalla

Keines der neun Bandmitglieder verkörpert die stilistische Vielseitigkeit wohl so sehr wie Mastermind Gustavo Santaolalla. Der 1952 in Buenos Aires geborene Musiker, Komponist und Produzent begann seine Karriere in den späten 60er Jahren als Gitarrist in der argentinischen Band Arco Iris, die psychedelischen Rock mit heimischer Folklore und Jazzeinflüssen mischte. Schnell stieg Arco Iris zu einer der einfluss- und erfolgreichsten Bands Argentiniens auf und geriet ins Fadenkreuz des Militärregimes. Um Repressionen zu entgehen, ging Gustavo in den 70er Jahren in die USA. Dort traf er auf den ebenfalls expatriierten Landsmann Aníbal Kerpel, mit dem er die Band Wet Picnic gründete und später ins Produzentengeschäft einstieg.

Die ersten großen Erfolge verzeichnete das Team Santaolalla-Kerpel Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre mit mexikanischen Rockbands, denen es zu internationaler Bekanntheit verhalf: darunter befanden sich Maldita Vencidad und Café Tacuba. Danach stieg Gustavo Santaolalla - wobei er nach wie vor oft mit Aníbal Kerpel zusammenarbeitete - zum wohl erfolgreichsten Produzenten lateinamerikanischer Rock- und Popmusik auf. Verantwortlich zeichnete er u. a. für Platten von Los Fabulosos Cadillacs, Molotov, Juanes und Paulina Rubio. Dass spanischsprachige Musik in den USA und zunehmend auch Europa salonfähig wurde, ist nicht zuletzt ein Verdienst Gustavo Santaolallas.

Oscar-gekrönter Filmkomponist

Ein ausgesprochen kundiges Händchen bewies Santaolalla auch bei der Produktion von Film-Soundtracks, wobei er sich nicht darauf beschränkte, nur die Musik anderer zu produzieren, sondern auch selbst als Musiker und Komponist aktiv wurde. Für den mexikanischen Regisseur Alejandro González Iñárritu produzierte er die Soundtracks zu drei aufseheneregenden Filmen “Amores Perros” (2000), “21 Gramm” (2003) und “Babel” (2006). Für den brasilianischen Filmemacher Walter Salles schuf er außerdem den Soundtrack zu “Reise des jungen Che - Motorcycle Diaries” (2004) und für den taiwanesisch-amerikanischen Regisseur Ang Lee “Brokeback Mountain” (2005). Nicht nur die Filme ernteten hervorragende Kritiken, sondern auch Santaolallas Soundtracks. Für die Soundtracks von Babel und Brokeback Mountain wurde er zweifacher OSCAR-Preisträger in Folge.

Bajofondo Tango Club Mar Dulce

Das Album "Mar Dulce"

Durchschlagenden Erfolg verzeichnete Santaolalla natürlich auch mit dem Ensemble Bajofondo, das er 2002 mit seinem uruguayanischen Kollegen Juan Campodónico und dem gebürtigen Franzosen Luciano Supervielles gründete. Mit “Mar Dulce” legt Bajofondo nun sein drittes Album vor, das die Vielfalt der musikalischen Einflüsse besser denn je deutlich macht. Als Gäste kann man diesmal internationale Popstars wie Elvis Costello und Nelly Furtado, die spanische Sängerin/Rapperin Mala Rodríguez und den japanischen Bandonéon-Virtuosen Ryota Komatsu hören.

Aber auch südamerikanische Größen wie Fernando Santullo (ehemals Vokalist der uruguaynischen Rock- und HipHop-Band Peyote Asesino, der auch Bajofondo-Mitgründer Juan Campodónico angehörte), Gustavo Cerati (in den 80er Frontmann der in ganz Südamerika gefeierten argentinischen Rock-Band Soda Stereo), Juan Subirá (Keyboarder der argentinischen Rock-Band Bersuit Vergarabat) oder die legendäre uruguyanische Diva Lágrima Ríos, die kurz nach diesen (ihren letzten) Aufnahmen leider im Alter von 82 Jahren in Montevideo verstarb.

Musiker

Gustavo Santaolalla - guitar, percussion, lead & backup vocals / Juan Campodónico - programming, beats, samples & guitar / Luciano Supervielle - piano, keyboards & scratches / Javier Casalla - violin / Martín Ferrés - bandoneón / Gabriel Casacuberta - upright & electric basses / Adrián Sosa - drums / Verónica Loza - VJ & vocals
Songs: Grand Guignol / Cristal / Ya no duele (feat. Fernando Santullo) / Hoy (feat. Juan Subirá) / Pa’ bailar / Pulmon / Fairly (feat. Elvis Costello) / El mareo (feat. Gustavo Cerati) / El anden (feat. Mala Rodríguez) / Infiltrado / Borges y Paraguay / Tuve sol / No pregunto cuantos son / Slippery Sidewalks (feat Nelly Furtado) / Zitarrosa / Chuiquilines (feat. Lágrima Ríos)

 

Quelle: Pressemitteilung www.beatsinternational.de

 

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