Wein aus Argentinien: Erlesene Tropfen erobern den Markt

Wein aus Argentinien

Über viele Jahrzehnte fristete Wein aus Argentinien ein stiefmütterliches Dasein. Fast ausschließlich wurde in die Massenproduktion billiger Weißweine und Rotweine investiert, denen auf dem Weltmarkt kaum Bedeutung zu kam. Bis Anfang der 1990er Jahre wurden in Argentinien überwiegend Rebsorten angebaut, die hellrote Weine hervorbrachten. Hierzu gehörten beispielsweise die sehr ertragreichen Sorten wie Criolla Grande, Criolla Chica und Cereza.Doch in den letzten zwanzig Jahren hat in Bezug auf argentinische Weine eine Wandlung stattgefunden, die drauf begründet liegt, dass weniger ertragreiche Rebsorten gefördert werden. Dies hat zur Folge, dass sich der Anteil der Sorten höchster Qualität innerhalb von 15 Jahren verdoppelt hat.

Dennoch haben argentinische Weine bislang nur die Herzen der Weinliebhaber erreicht, die die hohe Qualität der erlesenen Tropfen zu schätzen wissen. Um hiervon auch die breite Masse in Kenntnis zu setzen, werden vermutlich noch einige Jahre ins Land ziehen, wie man an der heutigen Weinproduktion in Spanien erkennen kann. Der Weinbau in Spanien gehört heute zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes und mit einer Rebfläche von mehr als einer Million Hektar steht Spanien weltweit auf Platz 1. Und doch konnte sich auch spanischer Wein erst in den letzten knapp 30 Jahren am Weltmarkt etablieren. Im Vergleich ist ein ganz ähnlicher Verlauf in Argentinien zu erkennen, denn mit einer gesamten Rebfläche von 220.000 Hektar und einer jährlichen Weinproduktion von 15.000.000 Hektoliter gehört das südamerikanische Land zu den weltweit größten Weinproduzenten, obwohl lediglich 20% in den Export gelangen.

Natürlich stellt sich Denjenigen, die sich mit Wein weniger auskennen die Frage, wodurch sich argentinische Weine von Weinen aus anderen Ländern unterscheiden. Doch diese Frage ist leicht zu beantworten. An erster Stelle sind die extremen klimatischen Bedingungen zu nennen. Ein Großteil der Rebflächen befindet sich in der Region Mendoza, wo 70% des Weins in mehr als 900 Weingütern produziert werden. In den Höhenlagen mit großer Hitze am Tage, wenig Niederschlag und kühlen nächtlichen Temperaturen reifen in Mendoza vor allem rote Rebsorten, wie Merlot, Cabernet Sauvignon und Malbec. Ebenso interessant ist das zweitgrößte Anbaugebiet San Juan, das über die weltweit höchst gelegenen Rebflächen auf über 3000 Metern verfügt und ein großes Potential für erlesene Qualitätsweine bietet.

Die argentinischen Rotweine betören mit vollen, fruchtigen Geschmacksnoten, die man in anderen Weinregionen der Welt kaum wiederfindet. Besonders hervorzuheben ist zudem, dass die Weinproduktion in Argentinien nicht durch Insekten, Pilze oder Rebläuse gefährdet wird, so dass auf den Einsatz von Pestiziden weitgehend verzichtet werden kann.

 

Autor: Mauricio Olave

 

Foto: © Depositphotos.com / michaklootwijk

 

Sie befinden sich hier / Home / » LEBEN / Essen & Trinken / Wein II