Buenos Aires - eine Annäherung

"Die Geschichte von Buenos Aires steht im Telefonbuch geschrieben. Pompeji Romanow, Emilio Rommel, Crespina D. Z. de Rose, Lasilao Radiziwil und Elizabeta Marta Callman de Rothschild - fünf Namen, auf Geratewohl unter dem Buchstaben R ausgewählt, erzählten ein Geschichte von Exil, Enttäuschung und Angst hinter Spitzengardinen." (aus: Bruce Chatwin, In Patagonien)

Stadt am Rió de la Plata

Buenos Aires ist die Hauptstadt der Republik Argentinien. In der "Capital Federal", der eigentlichen Stadt, leben etwa drei Millionen Menschen auf 200 Quadratkilometern. Buenos Aires liegt am Westufer des Río de la Plata, besitzt einen wichtigen Hafen, der schon seit den Anfängen als Kolonialdorf den Zugangsweg zur Pampa und dem Rest des Landes bildete.Die "Königin des La Plata" ist europäisch durchdrungen, sowohl was die Architektur als auch was die Gewohnheiten der Menschen betrifft. Dazu kommt ein Schuss lateinamerikanische menschliche Wärme und Informelles. Auf der Höhe von Sidney gelegen, lebt es sich hier so gut wie kaum in einer anderen Stadt in Südamerika.

Buenos Aires breitet sich vom Río de la Plata in das Landesinnere aus. Kennzeichnent ist eine Mischung aus kolonialer Architektur, neugotische Kirchen, Luxusgebäude des Fin-de-siècle, einfache Einwandererhäuser und moderne Gebäude und Hochhäuser des 20. Jahrhunderts. Am mächtigsten wirkt hier die Stadt in der "City", im Bereich der Avenidas Huergo und Leandro Alem in Richtung Retiro und vor den renovierten Speichergebäuden des Puerto Madero.

Was muss man sehen?

In drei Tagen zu "machen":

  • Die Metropole: Plaza und Avenida de Mayo, Cabildo, Kathedrale, Kongress, das "Microcentro" mit Finanzdistrikt und die Einkaufsmeile Florida
  • Kolonialflair und Tango: San Telmo mit Plaza Dorrego
  • Einwanderererbe: La Boca
  • Schick wie Paris und Madrid: Recoleta
  • Kultur und Spaß rund um die Uhr: Obelisk, Calle Corrientes, Avenida Santa Fé
  • Aus alt mach neu - Hamburgs Speicherstadt lässt grüßen: Die aufgemöbelten Speicher des Puerto Madero

Falls etwas mehr Zeit zur Verfügung steht:

  • Grüne Lungen: Palermo, Costanera Norte, Costanera Sur
  • Künstler und ein Hauch alternatives Leben: Palermo viejo
  • Wohnen in gehobener Eleganz: Belgrano
  • Die Freuden des Reichtums, Yachtclubs und mehr: San Isidro
  • Ausflug ins grüne Inselreich des Río Paraná: El Tigre

 

Porteños

Für die Einwohner von Buenos Aires ist klar: spricht man von Argentinien, meint man Buenos Aires. Die "Hafenbewohner" grenzen sich sehr deutlich vom Rest des Landes ab - und der beginnt bereits jenseits der Avenida General Paz, die das Zentrum bzw. die Hauptstadt von der Provinz Buenos Aires trennt.

Die Porteños nehmen für sich in Anspruch kultiviert, feinsinnig und charmant zu sein, während auf alle anderen das Gegenteil zuträfe. Dagegen werden Porteños von Einwohnern anderer Landesteile als arrogant, hochnäsig, aggressiv und eingebildet eingestuft. Die Egozentrik des Porteños äußert sich auch darin, dass ihn der Rest des Landes eigentlich wenig interessiert. Sein Bewegungsradius beschränkt sich auf das Wochenendhäuschen in den Außenbezirken ("Country") - falls die Finanzen es zulassen. Das höchste der Gefühle ist der Skiurlaub in Bariloche und de Sommer am Atlantik; dort ist man eh unter sich. Für den, der es sich leisten kann, zählen dann natürlich noch Miami und Punta del Este in Uruguay.

Orientierung

Die Hauptstadt Buenos Aires besteht aus 46 Stadtvierteln. Das ursprüngliche Straßenraster beruht auf der traditionellen quadratischen Bebauung der Spanier. Entfernungsangaben gibt der Bewohner von Buenos Aires im Übrigen nicht in Schritten oder Metern an, sondern in "Cuadras", wobei jede Cuadra 100 Metern entspricht.

Hausnummern an Straßen, die die Stadt in Ost-West-Richtung kreuzen, beginnen am Ufer des Río de la Plata. Dagegen verändern die Nord-Süd-Arterien Namen und Hausnummern von der Avenida Rivadavia an.

Groß-Buenos-Aires

"El Gran Buenos Aires" umgibt die Hauptstadt: Ein riesiger urbaner Wall, der die "Capital Federal" umschließt, breitet sich von Nord nach Süd aus. Fast 9 Millionen Menschen bewohnen die Region, von denen die meisten in Buenos Aires arbeiten oder dort einer Tätigkeit nachgehen. Der Unterschied zwischen "Capital" und Provinz ist augenfällig. In manchmal unmmittelbarer Nachbarschaft von Wohngegenden der Mittelklasse finden sich hier auch Armutsviertel. Hier landen Menschen, die keine Chance haben und die durch das kaum existente soziale Netz gefallen sind. Hier gibt es tatsächlich Gegenden, die der Durchschnittsargentinier nicht betritt, und die auch kein Reisender aufsuchen sollte.

Abseits dieser Brennpunkte leisten sich seit neuestem wohlhabende Argentinier bewachte, mit Mauern umgebene Wohnviertel mit eigener Infrastruktur, vom Laden bis zur Schule.

Zu Ihrer Sicherheit

Vorsicht sollte man bei nächtlichen Spaziergängen auch in einigen touristisch interessanten Gegenden walten lassen. Dies gilt vor allem für La Boca, San Telmo, die Costanera Sur und Norte und den Park von Palermo.Dagegen sind der Bereich der Recoleta und das Microzentrum völlig sicher. Städtische Busse ("Micros") können ohne Bedenken bestiegen werden, zur weiteren Fortbewegung empfehlen sich Taxis - wobei in den letzten Jahren auch hier zunehmende Sicherheitsprobleme zu verzeichnen sind - und Wägen mit Fahrer, die fahrtweise gemietet werden ("Remises").

 

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Buenos Aires Hochhäuser